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Schallzahnbürste das sollten Sie wissen

Mehr als 30 % der Deutschen verwenden inzwischen eine elektrische Zahnbürste für die Zahnpflege. Schallzahnbürsten zählen ebenfalls zu diesen elektrischen Zahnbürsten, die für einen höheren Komfort beim Zähneputzen verantwortlich sind. Das ist einer der Gründe, warum sich gerade die Schallzahnbürsten einer sehr großen Beliebtheit erfreuen.

Uns ist dieser Trend nicht entgangen. Die Wünsche und Meinungen der Verbraucher sprechen eine eindeutige Sprache. Aus diesem Grund beleuchten wir diese Technologie ganz genau auf dieser Kategorieseite. Wir räumen mit Halbwissen auf. Sie bekommen umfassende Informationen rund um das Thema Schallzahnbürsten anhand klinisch nachgewiesener Studien. Wir beantworten häufig gestellte Fragen, besprechen die Unterschiede und erklären die Ausstattungsmerkmale. Außerdem lernen Sie die Vor- und Nachteile einer Schallzahnbürste kennen. Wir zeigen Ihnen, auf welche Details es ankommt und welche Argumente für oder gegen eine Schallzahnbürste sprechen.

Ursprung und Funktionsweise einer Schallzahnbürste

Wie bei der automatischen Zahnbürste hatten die amerikanischen Wissenschaftler auch bei der Entwicklung von Schallzahnbürsten die Nase vorn. Die erste marktreife Schallzahnbürste kam 1992 von der Firma Sonicare auf den Markt.

Bei einer Schallzahnbürste wird die Borstenvibration nicht durch einen Elektromotor erzeugt, sondern piezoelektrisch. Die mittels Schalltechnologie durchschnittlich erzeugten 30.000 Impulse pro Minute lassen den Bürstenkopf beziehungsweise die Borsten schwingen.

Die Bezeichnung Schallzahnbürste ist im Grunde schlecht gewählt, denn letztendlich sind es die Vibrationen der Borsten, welche die Zahnpasta in Kombination mit natürlichem Speichel zum Schäumen anregen, ohne das hierbei ein mechanisches Putzen der Zähne notwendig ist. Ein minimaler Druck mit der Schallzahnbürste auf die Zähne von rund 100 Gramm ist für eine gründliche Zahnreinigung ausreichend.

Der mechanisch bewegte Bürstenkopf unterscheidet sich optisch aufgrund seiner länglichen Form und der seitwärts schwingenden Borsten von einem runden, oszillierend-rotierendem Bürstenkopf. Aufgrund der hochfrequenten Vibrationen ist ein Summton zu hören, welcher sich akustisch von dem Betriebsgeräusch einer Rotationszahnbürste unterscheidet.

Gegenüber einer herkömmlichen Handzahnbürste wird die Putzleistung von Zahnmedizinern deutlich höher eingestuft. Zu diesem Schluss kommen zahlreiche wissenschaftliche Studien.

Denn der durch Vibrationen angeregte Schaum gelangt sogar in die kleinsten Spalten. Hinzu kommt eine geringere mechanische Belastung, der die Zahnsubstanz und das Zahnfleisch zusätzlich schont. Dadurch sind Zahnfleischverletzungen und Zahnfleischrückgang durch einen zu hohen Anpressdruck weniger wahrscheinlich. Die Anwender sind begeistert – eine komfortable Art, die Zähne zu putzen.

Schallzahnbürste, Ultraschallzahnbürste – was ist der Unterschied?

Irrtümlich wird vermutet, dass es sich bei den Begriffen Schallzahnbürste und Ultraschallzahnbürste um die gleiche Art von Zahnbürste handelt. Dem ist jedoch nicht so.

Ultraschallzahnbürsten arbeiten ohne Vibrationen und mechanischen Bewegungen. Statt den bekannten Putzbewegungen berührt man mit der Ultraschallzahnbürste lediglich einen oder mehrere Zähne, ohne dabei einen Druck ausüben zu müssen. Für die Reinigung sorgen bis zu 96 Millionen Schwingungen im Ultraschallbereich pro Minute, welche eine spezielle Zahnpasta und den natürlichen Speichel im Mund anregen. Dabei bilden sich mikroskopisch kleine Bläschen, sogenannte Mikrobläschen, die sich auf dem Zahn verteilen und leicht in die Zahnzwischenräume und auch in die obersten Zahnfleischschichten eindringen können. Durch sie werden nicht nur schädliche Bakterien entfernt. Auch deren Nährboden, der sogenannte Plaque, wird laut den Herstelleraussagen gegenüber einer Schallzahnbürste noch besser entfernt – auch in tiefer liegenden Gewebeschichten. Eine noch geringere mechanische Belastung im Vergleich zu allen anderen elektrischen Zahnbürsten soll die Zahnsubstanz noch mehr schonen.

Ultraschall beginnt oberhalb des menschlichen Hörspektrums von 20.000 Hertz und ist damit für Menschen nicht hörbar. Das erstmalige Zähneputzen mit einer Ultraschallzahnbürste kann ohne den bekannten Summton und ohne Vibrationen in der Hand verwirrend sein.

Aktuell (Stand März 2016) sind in Deutschland nur zwei Anbieter mit Ultraschallzahnbürsten auf dem Markt vertreten. Theoretisch ist durch Ultraschall eine noch schonendere Zahnreinigung zwar zu vermuten, doch es existiert bis jetzt keine unabhängige Studie, die dies wissenschaftlich bestätigt.

Schadet eine Schallzahnbürste bei Implantaten oder Füllungen?

Auch darüber liegen bis heute noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Allerdings steht außer Frage, dass zweiteilige, geschraubte Zahnaufbauten, welche Schwingungen und vor allem Vibrationen ausgesetzt sind, sich theoretisch lösen könnten. Wurde beim Einsetzen die Drehmomentrichtlinie beachtet, ist ein verschraubtes Zahnimplantat weniger anfällig. Das Risiko einer Lockerung der Schraubverbindung ist demzufolge als gering einzustufen.

Bedenken Sie jedoch, dass selbst permanente Kaubewegungen oder dauerhaftes nächtliches Zähneknirschen sich nachteilig auf ein verschraubtes Zahnimplantat auswirken können. Ähnliches gilt im Hinblick auf hochfrequente Schwingungen.

Dennoch schätzen Fachleute aktuell die Möglichkeit, dass sich ein korrekt verschraubtes Implantat durch das Zähneputzen mit einer Schallzahnbürste lösen könnte, als verschwindend gering ein.

Ausstattungsmerkmale

Abgesehen vom Design der Schallzahnbürsten, sind die Ausstattungsmerkmale einer Schallzahnbürste nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Viele Schallzahnbürsten verfügen – ebenso wie einige der Rotationszahnbürsten – über diverse Komfortmerkmale. Dazu zählen unter anderem eine beleuchtete Funktionsanzeige, welche das gewählte Putzprogramm anzeigt, eine LED-Anzeige für den Ladezustand des Akkus, ein Timer mit Signalton für ein besseres Zeitgefühl während des Zähneputzens und ein Drucksensor, der bei einem zu hohen Anpressdruck Alarm schlägt. Unabhängig davon besitzen die meisten Geräte einen ergonomisch geformten und rutschfesten Handgriff.

Putzmodi
Die meisten Schallzahnbürsten bieten eine Programmvielfalt von bis zu sechs verschiedenen Putzprogrammen. Darunter eines zur täglichen Reinigung, eines zum Aufhellen (Polieren), eines für besonders weiße Zähne (Tiefenreinigung) und eines für hartnäckige Verunreinigung, welches sich ebenso zur Massage des Zahnfleischs eignet. Hilfreich ist auch ein Putzprogramm für besonders empfindliches Zahnfleisch.

Dennoch gab die Mehrheit der Teilnehmer einer Umfrage an, dass sie täglich immer dasselbe Programm verwenden. Zahnmediziner und Hersteller raten davon jedoch ab, zumindest wenn es sich bei dem verwendeten Programm um ein Intensivputzprogramm handelt, wie beispielsweise zur Tiefenreinigung. Derartige Programme sollten nur gelegentlich angewendet werden. Für eine optimale tägliche Reinigung genügt ein „normales“ Putzprogramm, welches beim Reinigen behutsamer vorgeht.

Eine gute Idee hatte übrigens die Firma Philips. Bei ihrer Zahnbürste Sonicare haben sie ein Eingewöhnungsprogramm zum Schutz der Zähne und des Zahnfleischs integriert. Während der ersten 14 Tage erhöht das Modell selbstständig und behutsam die Vibrationen.

Akku oder Netzbetrieb
Wer häufig auf Reisen ist, wird sich über eine lange Akkulaufzeit freuen. Bei den meisten Modellen liegt diese bei 5 bis 10 Tagen, wenn man von einer zweimaligen Anwendung von 2 Minuten pro Tag ausgeht. Nicht unerheblich ist auch die Dauer der Ladezeit, denn teilweise beträgt sie bis zu 12 Stunden, und die Zahnbürste kann während des Ladevorgangs nicht genutzt werden. Das Aufladen erfolgt entweder über ein mitgeliefertes Induktionsladegerät oder vereinzelt auch mittels eines separaten USB-Ladegeräts.

Die meisten Hersteller nutzen aus Kostengründen immer noch technologisch veraltete Nickel-Metallhydrid-Akkus. Wenn möglich, sollten Sie sich für einen Lithium-Ionen-Akku oder Lithium-Polymer-Akku entscheiden.

Höherwertige Schallzahnbürsten werden mit zwei oder mehr Bürstenköpfen geliefert. Falls nicht, gibt es die Ersatzbürstenköpfe zum Nachkaufen im Handel, oftmals im 2er- oder 4er-Pack. Einige Hersteller legen zusätzlich alternative Bürstenaufsätze, wie beispielsweise eine Zungenbürste oder einen Zungenschaber, einen Zahnspiegel, eine Interdentalbürste oder einen Zahnseidenhalter bei. Teilweise wird auch ein Reise-Etui mitgeliefert.

Wie viel Impulse benötigt eine Schallzahnbürste?

Immer häufiger sind Schallzahnbürsten mit 40.000 oder mehr Impulsen erhältlich. Doch sind diese Zahnbürsten deshalb effektiver?

Die Hersteller versprechen durch die hohen Schwingungen „positive Effekte auf das Zahnfleisch, indem die Vibrationen durch Zellaktivierung den Ionenaustausch der Wirkstoffe fördern“ und eine bessere Reinigungsleistung. Die Universität Münster konnte jedoch kein besseres Reinigungsergebnis bei Tests mit ihrem Putzroboter feststellen.

Fest steht, dass es aufgrund der hohen Schwingungen selbstverständlich zu einer besseren Durchblutung des Gewebes kommt. Bislang gibt es jedoch keine medizinische Studie, welche die Versprechungen der Hersteller stützt. Ob also 45.000 Schwingungen „besser“ sind als 31.000 Schwingungen, ist nicht bewiesen.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Schallzahnbürste?

Bei der Reinigung mit einer Schallzahnbürste benötigen Sie weniger Druck als beim Zähneputzen mit einer Rotationszahnbürste – es findet weniger Abrieb von Zahnschmelz statt. Trotz eines geringeren Drucks ist die Reinigungsleistung gegenüber einer Handzahnbürste klar überlegen. Außerdem werden die Risiken einer Zahnfleischverletzung und eines entzündungsfreien Zahnfleischrückgangs reduziert.

Zu den Nachteilen einer Schallzahnbürste zählt an erster Stelle der deutlich höhere Anschaffungspreis gegenüber einer herkömmlichen Zahnbürste. Zu beachten sind auch die Folgekosten für Ersatzbürstenköpfe, alternative Aufsteckbürsten und die Stromkosten, die über das Jahr betrachtet bei relativ geringen 5 Euro liegen.

Eine größere Rolle können subjektive Empfindungen bei Verwendung einer Schallzahnbürste spielen. Nicht alle Anwender mögen den teilweise lauten Summton und die Vibrationen in der Hand. Viele Menschen empfinden die Schwingungen als unangenehm und mancherorts werden Mitbewohner durch das laute, morgendliche Zähneputzen vielleicht unbeabsichtigt geweckt.

Schallzahnbürsten benötigen, wie bereits erwähnt, nur einen geringen Druck im Vergleich zu anderen Zahnbürsten. Doch auf den korrekten Druck kommt es an. Ist der Druck zu stark, reduzieren einige Modelle automatisch die Intensität der Schwingungen. Dann ist die Reinigungsleistung bei stark anhaftenden Ablagerungen nicht mehr gewährleistet.

Vor- und Nachteile in der Übersicht

Vorteile:
+ besseres Reinigungsergebnis gegenüber einer Handzahnbürste
+ durch geringeren Druck kommt es zu weniger Abrieb der Zahnsubstanz
+ geringeres Risiko einer Zahnfleischverletzung oder eines Zahnfleischrückgangs
+ sehr gut geeignet bei empfindlichem Zahnfleisch oder freiliegenden Zahnhälsen
+ hoher Bedienungskomfort
+ aufgrund des größeren Bürstenkopfes können mehrere Zähne gleichzeitig geputzt werden

Nachteile:
– höhere Anschaffungskosten
– Folgekosten durch Ersatzbürstenköpfe und Strombedarf
– unter Umständen unangenehmes Empfinden durch die Vibrationen in der Hand
– einige Modelle entwickeln ein lautes Betriebsgeräusch
– für eine gründliche Zahnreinigung ohne hartnäckige Ablagerungen ist das zweimalige Putzen am Tag unbedingt notwendig

Die korrekte Putztechnik

Beim Wechsel von einer Handzahnbürste zu einer Schallzahnbürste werden Sie einen Unterschied in der Art und Weise, wie Sie die Zähne putzen, feststellen. Am besten ist es, wenn Sie nach der KAI-Regel vorgehen: Starten Sie mit den Kauflächen, dann den Außenflächen und zum Schluss den Innenflächen. 

Tragen Sie zunächst etwas Zahncreme auf die Schallzahnbürste auf und befeuchten Sie den Bürstenkopf kurz unter Wasser. Setzen Sie diesen anschließend auf die Kauflächen auf. Starten Sie erst jetzt die Schallzahnbürste und belassen Sie die Zahnbürste für rund 4 bis 7 Sekunden auf den Zähnen. Da der Bürstenkopf groß genug ist, lassen sich meist zwei Zähne gleichzeitig reinigen. Als Reinigungszeit für das gesamte Gebiss nennen Zahnmediziner 2 Minuten. Bei 32 Zähnen stehen beim gleichzeitigen Putzen von jeweils 2 Zähnen rund 7 Sekunden zur Verfügung. Sollten Sie einen kleineren Bürstenkopf verwenden, beispielsweise einen Kompaktbürstenkopf, dann nehmen Sie sich jeden Zahn einzeln vor und belassen die Schallzahnbürste für etwa 4 Sekunden dort. 

Nach den Kauflächen kommen die Außenflächen der Zähne an die Reihe. Halten Sie die Schallzahnbürste im 45°-Winkel. Ebenso verfahren Sie anschließend an den Innenflächen. Arbeiten Sie von einer Seite zur anderen und wenn Sie unten fertig sind, fahren Sie mit der oberen Zahnreihe fort. Dadurch wird kein Zahn vergessen. Nach dem Zähneputzen sollte die Schallzahnbürste unter fließendem Wasser gereinigt werden.

Kreisende Bewegungen sind mit einer Schallzahnbürste nicht notwendig. Durch die Vibrationen des Bürstenkopfes beziehungsweise der Borsten werden alle Ablagerungen automatisch entfernt.

Rotations- oder Schallzahnbürste?

Was spricht für eine Rotations- beziehungsweise Schallzahnbürste? Bei dieser Frage gehen die Meinungen der Experten auseinander. 

Wissenschaftlich bewiesen ist lediglich, dass die Verwendung einer Schallzahnbürste aufgrund der geringeren mechanischen Beanspruchung ein geringeres Risiko birgt, an einer Zahnfleischentzündung oder an einem Zahnfleischrückgang zu erkranken, und die Abrasion der Zahnsubstanz ist ebenfalls geringer. Dagegen ist die Reinigungsleistung – unabhängig vom Reinigungsprinzip – bei beiden Varianten überzeugend. 

Beide Typen entfernen Plaque und Speisereste zuverlässig. Egal für welche Zahnbürste Sie sich entscheiden, es erfordert eine Umstellung Ihres bisherigen Putzverhaltens. Wenn Sie die Reinigung einzelner Zähne bevorzugen, kommt Ihnen wahrscheinlich das Putzen mit einer Rotationszahnbürste entgegen, bei der jeder Zahn einzeln geputzt wird. Möchten Sie lieber mehrere Zähne auf einmal reinigen, ist die Schallzahnbürste die bessere Wahl. Einen angenehmen Bedienungskomfort bieten beide Varianten.

Im Hinblick auf Implantatträger gibt es an der Effektivität der beiden Zahnbürstentypen nichts auszusetzen. Implantatträger haben oftmals mit schwer entfernbaren Ablagerungen zu kämpfen. Wissenschaftliche Studien kamen zu dem Schluss, dass eine Reinigung mit einer elektrischen Zahnbürste – unabhängig vom Funktionsprinzip – die beste Art des Zähneputzens für diesen Personenkreis darstellt. 

Handelt es sich jedoch um besonders starke Ablagerungen, besitzt die Rotationszahnbürste einen kleinen Vorteil. Ihre Reinigungsleistung lässt sich durch einen größeren Anpressdruck erhöhen. Das ist bei einer Schallzahnbürste nur durch die Regulierung der Schwingungsintensität möglich. Allerdings verringern einige Schallzahnbürsten die Schwingungsintensität bei einem zu hohen Druck. 

Aufgrund dieser Tatsache sind die Bürstenköpfe der Schallzahnbürste auch einer geringeren mechanischen Belastung ausgesetzt als die einer Rotationszahnbürste. Aus hygienischen Gründen sollten die Bürstenköpfe aber unabhängig von der Abnutzung spätestens alle 2 bis 3 Monate ausgetauscht werden.

Zahnmediziner empfehlen nicht nur den Implantatträgern für eine gründliche Zahnreinigung auf zusätzliche Hilfsmittel, wie beispielsweise eine Munddusche, Zahnseide oder Interdentalbürsten, zurückzugreifen.