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Wann und wie oft die Zähne putzen?

Bei der „richtigen“ Zahnpflege gehen bekanntlich die Meinungen auseinander. Deshalb kehrt die Frage, wann und wie oft die Zähne zu putzen sind, in regelmäßigen Zeitabständen aus berechtigtem Grund wieder. 

Seit Jahren raten Zahnmediziner und Wissenschaftler zu mindestens einem zweimaligen Zähneputzen pro Tag, bestenfalls mit einem Abstand von 30 bis 60 Minuten nach dem Einnehmen einer Mahlzeit. Doch die aktuellsten wissenschaftlichen Studien liefern völlig neue Erkenntnisse. 

Wozu dient das Zähneputzen?

Das Zähneputzen dient drei Zwecken: Das Zähneputzen ist eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Zähne. Außerdem sollen damit störende Speisereste und schädlicher Plaque entfernt werden. Letzterer bildet sich auf der Oberfläche der Zähne und gleicht einem klebrigen Belag. Er bietet ein ideales Klima für schädliche Bakterien, die sich mit etwas Zeit darin festsetzen und aufgrund der Nahrungsreste sehr gut vermehren können. Diese Bakterien produzieren zusätzlich Säuren, welche die Zahnsubstanz schwächen und anfällig für Karies machen. 

Zweimal Zähneputzen genügt
Relativ einig sind sich die Wissenschaftler und Mediziner im Hinblick auf die Häufigkeit des Zähneputzens. Zweimal am Tag genügt, um für eine gute Zahnreinigung und eine Prophylaxe des Gebisses zu sorgen. Etwas anders verhält es sich im Hinblick auf den Zeitpunkt des Zähneputzens. 

Zähneputzen nach dem Essen
Während die Fachleute das letzte Jahrzehnt immer davon sprachen, ein Putzen der Zähne direkt nach dem Essen würde zu einem verstärkten Abbau des Zahnschmelzes führen, geben die Wissenschaftler aufgrund neuester Erkenntnisse Entwarnung. 

Was passiert während und nach der Nahrungsaufnahme mit unseren Zähnen?

Durch die Nahrungsaufnahme sinkt der pH-Wert im Mund in den sauren Bereich. Damit wird der Zahnschmelz weicher, denn ein höherer Säurewert entmineralisiert den Zahnschmelz. 

Viele Jahre ging die Wissenschaft davon aus, dass eine Remineralisierung durch die Mineralien im Speichel nach etwa 30 Minuten beginnt und den Zahnschmelz wieder härter werden lässt. Deshalb sollte das Zähneputzen erst 30 bis 60 Minuten nach der Nahrungsaufnahmen erfolgen. Ansonsten hätte man mit den Borsten der elektrische Zahnbürste zwar die schädlichen Bakterien entfernt, doch zusätzlich auf den nicht wiederhergestellten, weichen Stellen einen noch größeren Schaden angerichtet. Damit wäre es für säurebeständige Bakterien zukünftig noch einfacher, in den Zahnschmelz einzudringen. Dies war zumindest bislang die vorherrschende Meinung der Experten. 

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse

Mit den neuesten Untersuchungen fanden die Forscher heraus, dass die damaligen Erkenntnisse auf einer falschen Annahme basierten. Denn natürlicher Speichel enthält gegenüber dem ursprünglich untersuchten künstlichen Speichel bestimmte Proteine, welche den Wiederaufbau des Zahnschmelzes ohnehin über mehrere Stunden verzögern. 

Damit steht fest, dass der Zahnschmelz bei einer Wartezeit von 30 oder 60 Minuten bis zum Zähneputzen ohnehin keine Chance auf eine Remineralisierung des Zahnschmelzes hat. 

Viel wichtiger als der Zeitpunkt des Zähneputzens sei die richtige Ernährung, führen die Forscher in der Studie an. Denn der größte Feind für gesunde Zähne und eine gute Mundhygiene sind Säuren und Zucker.

Aufgrund der modernen Ernährungsgewohnheiten mit einem gestiegenen Genuss von säurehaltigen Speisen und Getränken, wie beispielsweise Fast Food und Energydrinks, kommt es generell zu einer höheren Belastung für die Zahnsubstanz. Diese Aussagen belegen die Wissenschaftler mit Untersuchungen an mehr als 3.000 Patienten während einer europaweiten Studie. 

Fazit
Nach den neuesten Studien gibt es keinen Grund für eine Wartezeit zwischen der Nahrungsaufnahme und dem Zähneputzen.

Wichtig ist eine gesunde und ausgewogene Nahrungszusammenstellung, denn eine weniger säurenreiche Ernährung oder eine basenlastigere Nahrung sowie ein zweimaliges Zähneputzen, optimalerweise am Morgen nach dem Frühstück und Abend vor dem ins Bettgehen, sind für eine optimale Zahnpflege unverzichtbar. 

Fachleute empfehlen für eine noch bessere Mundhygiene, einen frischeren Atem und ein besseres Allgemeinbefinden zusätzlich den Einsatz einer Munddusche, und abends sollte eine sorgfältige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide erfolgen